Demokratie lernen und soziales Kompetenztraining

Demokratie lernen

Demokratie fängt für die Schülerinnen und Schüler der Scharmützelsee-Grundschule schon ganz früh an. Demokratiefähig werden Kinder, wenn sie in ihrem Alltag demokratische Grundregeln lernen und leben können. Den Schülerinnen und Schülern wird daher eine eigene, sich ständig vergrößernde Kompetenz zur Mitgestaltung ihres schulischen Umfeldes bewusst ermöglicht.
Der Erziehung zu aktiver Mitentscheidung und Mitbestimmung kommt im schulischen Alltag eine besondere Bedeutung zu. Gelegenheit hierzu bietet sich besonders in der Schülervertretung und im bezirklichen Kinder- und Jugendparlament.

Bereits ab der 1. Klasse lernen und erweitern unsere Kinder ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen in speziellen Projekten.

 

Die Schülervertretung

Demokratie leben heißt an unserer Schule viel!

Fest etabliert unterstützt die Schülervertretung (SV) das Leben an unserer Schule. Die Klassensprecher der Klassen 3 – 6 treffen sich in regelmäßigen Abständen mit der begleitenden Lehrerin Frau Habicht (Vertretung Frau Rühe) und unterstützen die Sorgen und Nöte der Kinder aus erster Hand.

Ob es um die Einrichtung der „Fußballhelfer“ geht, die mit festen Pausenschichten das Miteinander auf dem Fußballplatz begleiten oder die Planung von Sonderaktionen, hier stehen die Ideen und die Interessen der Schüler im Mittelpunkt. In Rücksprache mit ihren Klassenkameraden sammeln sie Ergebnisse und gestalten Projekte, die ein positives Schulklima fördern.

Bei Unstimmigkeiten werden Vorschläge erarbeitet, die über die Gesamtkonferenz bis zur Abstimmung in die Schulkonferenz gelangen. Auch in diesem Gremium werden Schüler gehört, gefragt und gestalten Entscheidungen mit.

Die Schüler lernen sich zu äußern, Probleme anzusprechen und im aktiven Handeln zu verändern. Sie übernehmen Verantwortung für ihre Entscheidungen und setzen Vorschläge in Taten um.

 

Beteiligung am Kinder- und Jugendparlament des Bezirkes

In der jährlich stattfindenden Wahl der Vertreter zum Kinder- und Jugendparlament erfahren die Schüler der 5. und 6. Klassen aktiv, was es heißt, ihre Stimme verantwortungsvoll an eine ausgewählte Person zu geben. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Aula stellen sich die Kandidaten und Kandidatinnen vor und jeder Wahlberechtigte kann seine Nachfragen offen stellen. Gewählt wird dann in einer geheimen Wahl, die jeweils von Wahlhelfern einer 4. Klasse vorbereitet und durchgeführt wird.

So lernen unsere Schüler und Schülerinnen schon in der Grundschule ein demokratisches Wahlverfahren mit allem „Drum und Dran“ kennen.

 

Soziales Kompetenztraining

In unserer Schulgemeinschaft mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten legen wir besonderen Wert auf einen respektvollen und gewaltfreien Umgang miteinander.

Von Anfang an bemühen wir uns die sozialen Fähigkeiten unserer Schüler/innen zur friedlichen Konfliktlösung und zum demokratischen Miteinander auszubilden und kontinuierlich weiter zu entwickeln.

Hierfür haben wir in unserem Schulprogramm 2 Unterrichtsprojekte aufgenommen:

  1. Faustlos“– ein Curriculum zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen für die Klassen 1– 3
  2. Der wöchentliche Klassenrat für die Klassen 4 – 6.

 

1. Faustlos

 

Wir arbeiten mit „Faustlos“ in den Jahrgängen 1 – 3, weil Prävention besser ist!

Faustlos ist ein Gewaltpräventionsprogramm, das in den neunziger Jahren vom Präventions – Zentrum Heidelberg entwickelt wurde und bundesweit in Schulen und Kindergärten eingesetzt wird.

 

Das Curriculum zur Förderung sozial emotionaler Kompetenzen wird für alle Kinder der 1.-3. Klassen angeboten. Es vermittelt alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen, Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut.

Die Effektivität von Faustlos wurde nicht nur in zahlreichen Studien ermittelt, sondern zeigt sich im Umgang miteinander und unterstreicht die schulweite Wertschätzung einer prosozialen Lebenshaltung.

Einmal in der Woche ist eine feste Stunde für dieses soziale Kompetenztraining reserviert, das gemeinsam von der Klassenlehrerin / dem Klassenlehrer und der Erzieherin / dem Erzieher der Klasse gestaltet wird.

Das Kollegium und das Erzieherteam haben sich in mehreren Fortbildungsstunden mit dem Faustlos – Curriculum vertraut gemacht.
Die Schule hat mittlerweile mehrere Medienkoffer (zusammengestellt vom Heidelberger Präventions – Zentrum) für diesen Unterricht angeschafft.

Die Kinder lernen Gefühle anderer zu identifizieren, sich in die Rolle des anderen hineinzudenken und adäquat auf ihn zu reagieren. Sie lernen Problemstrategien in altersnahen Situationen auszuprobieren und in Rollenspielen zu üben. Sie erfahren einen konstruktiven Umgang mit Ärger und Wut, üben sich in positiver Selbstverstärkung und erlernen Beruhigungsstrategien.

Beim Wettbewerb zum Berliner Präventionspreis erreichte eine Klasse mit ihrer Bewerbung den 3. Platz und freute sich über 1000 € Preisgeld.

Im Rahmen des letzten Projektes „Kunst-Kaffee-Kuchen“ gestaltete eine Klasse unseren „Faustlos-Raum“ mit „Kunst mit Gefühl“.

Mehr zu Faustlos finden Sie unter www.faustlos.de

 

2. Der Klassenrat

An der Scharmützelsee-Grundschule ist der Klassenrat als feste Einrichtung in den 4., 5. und 6. Klassen installiert. Er findet an einem festen Termin einmal pro Woche für 45 Minuten statt.

Dort werden aktuelle Probleme und Konflikte oder administrative Themen der Schüler/innen besprochen und nach gemeinsamen Lösungen gesucht. Die Schüler vertreten ihre eigenen Interessen; sie thematisieren sie und regeln sie eigenverantwortlich nach gemeinschaftlich ausgehandelten und festgelegten Regeln.

Im Klassenrat sind alle Teilnehmer gleichberechtigt. Die Lehrkraft hält sich genauso an die vereinbarten Regeln wie die Schüler. Sie selbst hat eine beratende, teilnehmende Funktion inne. Geleitet wird der Klassenrat nach einer Einführungszeit von Schülern. Die zu behandelnden Themen werden gesammelt, indem jeder seine Probleme, Kritik und Wünsche in eine aushängende Liste, ein ausliegendes Buch o.ä. einträgt. Die Ergebnisse des Klassenrats sind verbindlich und müssen umgesetzt werden. Sie werden im nächsten Klassenrat im ersten Tagesordnungspunkt überprüft.

Themen für den Klassenrat können beispielsweise sein:

  • Lösung von Beziehungskonflikten zwischen Schülern oder Lehrern und Schülern;
  • Verbesserung des Unterrichtsklimas;
  • Qualität von Unterrichtsgestaltung;
  • Planung eines Ausflugs;
  • Bearbeitung aktueller schulischer Themen.

Der Klassenrat übt die friedliche Konfliktlösung, stärkt die Mitbestimmungsmöglichkeiten der Schüler und fördert ihre Selbstbestimmung.

 

 

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