Integration, Inklusion

Inklusion in der Scharmützelsee-Grundschule

Bereits vor mehr als 30 Jahren wurden in Schöneberg Schüler in die Grundschule integriert, die Schwierigkeiten im Bereich Lernen, Verhalten oder Sprache oder körperliche Behinderungen aufwiesen.

In die Scharmützelsee-Grundschule  werden seit vielen Jahren Kinder mit Problemen beim Lernen, in der emotional-sozialen Entwicklung und mit sprachlichen und leichten körperlichen Beeinträchtigungen aufgenommen und gemeinsam mit Gleichaltrigen unterrichtet.

Sie erhalten z. Zt. 2 bis 3 Wochenstunden zusätzliche Unterstützung = sonderpädagogische Förderung. Diese wird durch Grundschullehrer/innen mit entsprechender Erfahrung und durch zwei Sonderschullehrerinnen erteilt.

Bei manchen Kindern wird erst nach der Einschulung – im Laufe der ersten drei Schuljahre – festgestellt, dass ein „sonderpädagogischer Förderbedarf“ besteht.

Für sie kann auch dann noch diese besondere Unterstützung  beantragt werden. Die Genehmigung dafür erteillt dann die Schulaufsicht.

 

Seit etwa zwei Jahren wird der Begriff „Integration“ zunehmend durch die Bezeichnung „Inklusion“ ersetzt.

Mit ihr ist der Anspruch verbunden, die Besonderheiten jedes Kindes zu erkennen und zu berücksichtigen – und weniger zwischen Schülern mit und ohne Beeinträchtigungen zu unterscheiden.

 

Auch die Scharmützelsee-Grundschule befindet sich auf dem Weg zur „Inklusion“:

Im laufenden Schuljahr besuchen unsere Schule rund 35 Kinder, für die ein „sonderpädagogischer Förderbedarf“ festgestellt wurde.

Überwiegend ist es möglich, sie innerhalb des Klassenunterrichts zu fördern. Dass sie Lern- und/oder Verhaltensprobleme haben, fällt ihren Mitschülern dadurch gar nicht auf – denn irgendeine Unterstützung braucht und bekommt jedes Kind mal!

 

Haben mehrere Schüler einer Klasse ähnliche Schwierigkeiten, werden zeitweilig Kleingruppen gebildet.

 

Darüber hinaus gibt es an der Scharmützelsee-Grundschule drei „temporäre Lerngruppen“:

Die „Übergangsklasse“ (s.u.) für Kinder mit emotional-sozialen Schwierigkeiten sowie zwei Lerngruppen zur besonderen sprachlichen Förderung.

 

Zu Beginn dieses Schuljahres wurden zwei Gruppen von Erst- und Zweitklässlern mit hohem Bedarf an sprachlicher Unterstützung gebildet. Sie erhalten 2 – 3 mal pro Woche eine auf ihre individuellen Lernbedürfnisse zugeschnittene Stunde in einem Förderraum mit speziellem Material.

 

Die Übergangsklasse

ein inklusives Unterrichtsmodell für Schüler mit emotional-sozialen Schwierigkeiten.

Die Scharmützelsee-Schule setzt seit dem Schuljahr 2010/ 2011 mit der Organisationsform der Übergangsklasse (Ü-Klasse) modernste Bildungsstandards einer inklusiven Pädagogik um.

Die Ü-Klasse ist eine temporäre Lerngruppe zur Förderung von Schülern mit Schwierigkeiten in der emotional-sozialen Entwicklung.

Oft haben diese Schüler aus den unterschiedlichsten Gründen (familiäre Belastungen, allgemeine Entwicklungsdefizite, traumatische Erlebnisse etc.) Probleme, sich in den geregelten Schulalltag einzufügen, den normalen Stundenablauf durchzuhalten und sich dabei an Regeln zu orientieren. In der Ü-Klasse bekommen sie die Möglichkeiten, sich vorübergehend zu entlasten.

Außerdem wird ein positives Verhalten in einem überschaubaren Rahmen eingeübt und nach verhaltenstherapeutischen Gesichtspunkten verstärkt und belohnt. Dadurch gewinnen die Schüler mehr Selbstvertrauen und eine positive Rollenübernahme.

Maximal fünf Schüler kommen an vier Tagen für jeweils zwei Stunden in den Unterricht der Ü-Klasse. Der Unterricht erfolgt in klar strukturierten Phasen, in denen sich Anspannung (Konzentrationsübungen, Arbeit an Aufgaben aus dem Klassenunterricht) und Entlastung (Basteln/ Werken, gemeinsames Spiel) ausgewogen abwechseln.

In den übrigen Unterrichtsstunden nehmen die Schüler regulär am Klassenunterricht teil

 

 

Neben diesen schulischen und individuellen Unterstützungsmaßnahmen sind darüber hinaus auch manchmal weitere, aufeinander abgestimmte Interventionen erforderlich.

Die Arbeit in der Ü-Klasse bezieht daher auch schulübergreifende Institutionen wie die Ganztagsbetreuung, Ärzte oder Therapeuten, Regionale Soziale Dienste und ggf. Träger der Jugendhilfe mit ein.

Hierzu haben wir einen Kooperationsvertrag mit dem freien Träger „Jugendwohnen im Kiez – Jugendhilfe gGmbH“ abgeschlossen. So kann flankierend und ergänzend eine Hilfe zur Erziehung (Tagesgruppe) auf Antrag der Eltern eingesetzt werden.

Durch die Einrichtung der Ü-Klasse können auch schwierige Schüler weiterhin integriert am Unterricht und Schullalltag ihrer Klasse teilnehmen.

Sie stellt einen weiteren Baustein zur pädagogischen Inklusion an unserer Schule dar.

 

 

Die Förderklasse für Kinder
ohne Deutschkenntnisse (Seiteneinsteiger)

Seit vielen Jahren werden an der Scharmützelsee-Grundschule Schülerinnen und

Schüler nichtdeutscher Sprachherkunft in einer besonderen Kleinklasse/Kleingruppe
gefördert.

Hier werden Seiteneinsteiger, die dem Unterricht in den Regelklassen sprachlich noch nicht
folgen können, unterrichtet, um vorab die deutsche Sprache zu erlernen. Das heißt vor allem:
Erlernen der Alltagssprache, Aufbau eines Fachwortschatzes und Erlernen unterschiedlicher
Arbeitstechniken und Arbeitsweisen, die für den Unterricht in den Regelklassen relevant sind.

Seit dem Schuljahr 2011/2012 werden diese Kleinklassen in Berlin als „Lerngruppen für
Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse“ oder „Willkommensklasse“ bezeichnet, schulintern
als „Förderklasse“.

Die „Förderklasse“ wird jahrgangsgemischt geführt. Sie wird differenziert unterrichtet.
Denn: wohl stärker ausgeprägt als in den Regelklassen verfügen die Kinder hier über ein
sehr unterschiedliches Wissen und unterschiedliche Fähigkeiten. Hinzu kommen eine ständige
Veränderung der Gruppenzusammensetzung. Einige Schüler, die in ihrem Herkunftsland einer
sprachlichen Minderheit angehörten und ab ihrem dortigen Schuleintritt zunächst die gültige
Amts- und Verkehrssprache ihres Landes erlernen mussten, sind in der Regel in beiden Sprachen
nicht gefestigt; sie müssen beim jetzigen Drittspracherwerb besonders betreut werden.

Der Übergang in die Regelklasse wird von der Klassenkonferenz mit Zustimmung der
Schulleitung flexibel und individuell festgelegt. Die maximale Verweildauer in der Gruppe
beträgt jedoch in der Regel ein Schuljahr. Sollte eine weitere Beschulung in der Lerngruppe
aus sozialen und/oder pädagogischen Gründen nötig sein, ist dies auf Beschluss der Klassen-
konferenz in Ausnahmefällen möglich.

Der Übergang in die Regelklasse wird darüber hinaus durch intensive Gespräche mit den
dort unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen vorbereitet. Eine weitere wichtige Voraussetzung
für das Gelingen des Übergangs ist das Aussetzen der Zeugnis-Zensuren für eine Übergangs-
zeit vor allem in den sprachlichen Fächern.